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Guten Tag,

Lesestoff für die Feiertage gesucht?
Oder sind Sie noch auf der Suche nach
dem passenden Geschenk zu Weihnachten?
Wir haben für Sie
wieder tolle Buchvorschläge
mit
Rezensionen
zusammengestellt.
Lassen Sie sich inspirieren!

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Schmökern!

Mit besten Grüßen aus Meran

Rainer Schölzhorn,
Buchhandlung Alte Mühle

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Die Habenichtse.
Vom „Nicht Haben und nicht Sein“ erzählt Katharina
Hacker in ihrem Großstadtroman. Isabelle ist Grafikerin,
Jakob Rechtsanwalt. Sie haben beide eine Ausbildung,
einen Job, nette Wohnungen und einen netten Freun-
deskreis in
Berlin. Auf einem Fest begegnen sie einander
nach 10 Jahren wieder.
Dieses Fest findet am 11. Sep-
tember 2001 statt. Jakob und Isabelle
verlieben sich in
einander und heiraten kurze Zeit später.
Dass am 11.
September auch der Anschlag auf das World Trade Center
in New York
passiert, bringt die Party nur kurz ins Wanken.
Jakob war am
Vortag noch dort gewesen. Während er nun
wieder zurück in Berlin
mit Freunden feierte, war es sein
bester Freund und Arbeitskollege,
und damit bis zum
Moment sein größter Konkurrent, der in einem
der beiden
Türme ums Leben kam. Beide hatten sie einen sehr
attraktiven
Job in London angeboten bekommen.
Wenige Tage nach der Feier
und dem Attentat bekommt
Jakob die Zusage. Er fährt nach London
und organisiert
eine Wohnung. Isabelle kommt wenige Wochen später
nach. Die geerbten Biedermeier-Möbel von Jakobs Mutter
auch.
Isabelle und Jakob werden einander in London
fremd und fremder.
Während Jakob von seinem neuen
Arbeitgeber fasziniert ist, fühlt
sich Isabelle, die von
zuhause aus weiterhin für das Grafikbüro
in Berlin arbei-
tet, zum Nachbarn hingezogen, der Drogendealer
ist.
Katharina Hacker schafft durch den lakonischen Erzählton,
eine ganz eigene, ungemütliche Atmosphäre. Ohne
erhobenen Zeigefinger
und ohne platte Attitüden ihrer
Protagonisten gelingt es ihr
völlig undramatisch das
jämmerliche Scheitern zweier junger Menschen
zu be-
schreiben, die von ihrer inneren Leere aufgefressen
werden,
während sie scheinbar ihrem Standard und ihrem
Alter gemäß alles
haben und alles sind. Es ist ein Roman,
ein wohl überlegtes Wortgerüst,
so großartig konstruiert,
dass es das Eigentliche wortlos in
sich birgt: Die Leere der
beiden Protagonisten und die Leere
ihrer Generation.
ISBN 978-3-518-41739-3 | KNV-Titelnr.: 15563798 |
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Istanbul.
Vom Literatur-Nobelpreisträger dieses Jahres, Orhan
Pamuk, ist jetzt Istanbul – Erinnerung an eine Stadt
erschienen. Das Buch ist eine Kinder- und Jugendbio-
graphie des
türkischen Schriftstellers. Er sieht seine
Stadt mit sehr wachen
Augen, diese Stadt, die sein
ganzes Leben gewesen ist, wie er
sagt, die er liebt
und deren Verfall er heute mit großem Bedauern
erle-
ben muss.
Er beschreibt in seiner Erinnerung das Leben
seiner Großfamilie, schildert deren
Geheimnisse und
stellt sie in die verschiedenen geschichtlichen Abläufe
seines
Landes. Er träumt von der großen Vergangenheit
Istanbuls und stellt fest, dass
die Verwestlichung mehr
und mehr zum Verfall der Stadt beiträgt. Eine Familien-
saga
angereichert durch liebevolle Schwarzweiß-Fotogra-
fien. Private wie auch von
dem berühmten Fotografen
Ara Güler geschossene Bilder, der auch mit Pamuk
gemeinsam
die Auswahl für das Buch traf. Es ist nicht
nur der Charme oder die sorgfältige
Platzierung dieser
Aufnahmen, die den Betrachter berühren. Sie wirken
gleichzeitig
wie eine Art Geheimcode: Wenn man die
Fahrzeuge, Straßen und Häuser auf den Fotos
sieht,
beginnt man unwillkürlich, Erinnerungen aus den Tiefen
des Unterbewusstseins
zu holen.
Ein großartiges, ein
wundervolles Werk.
ISBN 978-3-446-20826-1 | KNV-Titelnr.: 17972165 |
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Die Arbeit der Nacht.
Zuerst merkt er es gar nicht. Wie auch. Die Vorstellung,
alleine zu sein, radikal alleine, der letzte Mensch auf
Erden, ist zu absurd, als dass man sie auch nur für
einen Moment in Erwägung ziehen könnte. Morgens
fehlt die Zeitung auf der Türmatte; beim morgendlichen
Surfen durchs Internet erscheinen nur Fehlermeldungen;
ans Telefon geht auch keiner. Kann alles passieren. Erst
an der Bushaltestelle beschleicht Jonas, einen durch-
schnittlichen
34-jährigen Bewohner Wiens, ein merkwür-
diges Gefühl.
Was für ein geradezu tollkühnes Experi-
ment für einen 400-Seiten-Roman. Ein einziger
Mensch.
Niemand, mit dem er streiten, sich lieben, sich unterhalten
kann. Thomas
Glavinic hat mit „Die Arbeit der Nacht” einen
eindringlichen Roman über die Einsamkeit,
den Wahnsinn,
die Nacht und das Schweigen der Dinge geschrieben.
Jonas filmt
sich nachts mit einer Videokamera und schaut
sich tagsüber die Bänder an. Anfangs
fällt ihm nichts auf.
Der Horror beginnt, als er auf einem der Bänder sieht,
wie
er nachts aufsteht, um aufs Klo zu gehen. „Als er an der
Kamera vorbeikam,
winkte er, lächelte schief und sagte:
,Ich bin es, nicht der Schläfer.’”
Glavinic spielt meisterhaft
mit dieser Urangst des Menschen, dass man hinter
dem
Rücken der eigenen Vernunft noch jemand anders sein
könnte; dass da noch
jemand in einem wohnt. Ein
Schläfer, den man sonst nicht zu Gesicht bekommt.
ISBN 978-3-446-20762-2 | KNV-Titelnr.: 16153566 |
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:: Von der Schönheit.
Nach Zadie Smiths erstem Romanerfolg "Zähne zeigen",
erscheint jetzt ihr neuer Roman "Von der Schönheit". Wie
schon im ersten Buch, mischt Smith wieder verschiedene
Erzählperspektiven und zeichnet so ein eindrucksvolles,
ausführliches und breites Bild der amerikanischen Gesell-
schaft.
Hauptpersonen des Romans sind die Mitglieder
der Familie von Howard Belsey. Seine
schwarze Frau,
seine beiden unterschiedlichen Söhne sowie die Tochter.
Sein Gegenspieler:
Sir Monty Kipps. Beide sind Rem-
brandt-Experten und Universitätsprofessoren -
und ver-
treten natürlich ganz unterschiedliche Weltansichten. Da
sind Konflikte
vorprogrammiert. Denn Howards Sohn
Jerome verliebt sich Hals über Kopf in Montys
Tochter
und schlimmer noch: Er möchte sie sogar heiraten. Als
Monty auch noch
an die selbe Universität berufen wird,
eskaliert die Situation. Nicht nur, dass
Montys Familie in
die gleiche Nachbarschaft zieht, Kiki, Howards Frau,
freundet
sich auch noch mit Montys Frau an. Howards
Welt gerät ins Wanken.
Gleichzeitig präsentiert uns die
Autorin so verschiedene Blickwinkel auf die
Schönheit.
Sei es die körperliche, menschliche Schönheit oder die
kulturelle
Schönheit, wie die Kunst und die Musik. Und
nicht nur die klassischen schönen
Künste werden uns
vorgestellt, sondern auch die moderne Kunst wie Rap
und Hip-Hop
- all das kann die menschliche Natur, das
Leben und die Schönheit darstellen.
Der Roman wirkt
dabei jedoch nie belehrend, sondern stellt die verschie-
denen
Perspektiven und Ansichten neutral nebeneinander
Das Schönste jedoch: Die Menschlichkeit
des Romans!
Und die menschliche Fehlbarkeit. Dadurch entsteht ein
wunderschönes
Buch über Freundschaft, Liebe und Familie.
Und die Schönheit - nicht zu vergessen.
ISBN 978-3-462-03716-6 | KNV-Titelnr.: 16271285 |
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Der Weltensammler.
Ein spannender Roman über den englischen Abenteurer
Richard Burton (1821-1890). Anstatt in den Kolonien die
englischen Lebensgewohnheiten fortzuführen, lernt er wie
besessen die Sprachen des Landes, vertieft sich in fremde
Religionen und reist zum Schrecken der Behörden anonym
in den Kolonien herum. Trojanows farbiger Abenteuerro-
man über diesen Exzentriker
zeigt, warum der Westen
bis heute nichts von den Geheimnissen der anderen Welt
begriffen hat.
Es ist die Geschichte eines Mannes, der als
erster Europäer über seine heimliche
Pilgerfahrt nach
Mekka und Medina im Jahr 1853 schrieb, der später in
Afrika
nach der Quelle des Weißen Nils suchte und seine
Karriere als Offizier in Indien
begonnen hatte. Ein fernes
Echo von Karl May liegt über dem Roman, eine sublimier-
te
Erinnerung an alte Abenteuerbücher, aber Ilija Trojanow
hat die Welt eben nicht
in Bibliotheken erkundet, er ist
Burton nachgereist. Er ist Ende der neunziger
Jahre nach
Bombay gezogen. Er hat unter Deobandi gelebt, das sind
indische Muslime,
die, zu Unrecht, sagt Trojanow, unter
Islamismusverdacht geraten sind. Er hat
ihnen Englisch
beigebracht, im Gegenzug haben sie ihn so weit im
muslimischen
Glauben unterwiesen, daß er ein Visum für
Saudi-Arabien beantragen konnte. Er
hat mit ihnen ge-
betet und gefastet, und so durfte er, anders als Burton,
ohne
Verkleidung nach Mekka und Medina reisen.
"Der
Weltensammler" ist ein Abenteuerbuch, das einen mit-
nimmt und fasziniert.
Was es so besonders macht, das
ist allerdings nicht bloß sein Held, es ist vor
allem
Trojanows raffinierte Porträttechnik.
Es setzt sich das Bild
des Abenteurers zusammen - schwer zu fassen, flüchtig,
dann wieder so klar wie auf den Fotografien, die von
Burton erhalten sind, und
dabei immer auch fremd, un-
durchschaubar. Ein Mann des 19. Jahrhunderts - und
doch
wie aus seiner Zeit gefallen. Von einer kaum zu stillenden
Neugier, einer
waghalsigen Bereitschaft zur Selbstaufgabe.
Einer, der sich auf fremde Kulturen
einließ, ohne restlos in
ihnen aufzugehen.
ISBN 978-3-446-20652-6 | KNV-Titelnr.: 15292985 |
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Snack Daddys abenteuerliche Reise.
Mischa "Snack Daddy" Vainberg, ein unverbesserlicher
Fettsack, ist der Sohn des 1238 streichsten Mannes in
Russland, dem leider in St. Petersburg von der Kon-
kurrenz
der Kopf weggesprengt wird. Verzweifelt versucht
die Waise, sich in den schützenden Westen durchzu-
schlagen, zurück nach New
York, zu seiner untreuen
Angebeteten in der Bronx und seinem Analytiker an
der Park Avenue. Es ist eine Reise voller Irrungen und
Wirrungen, internationaler
Verwicklungen und privater
Verstrickungen, die schon durch Mischas barocke
Gestalt
zu schauriger Akrobatik werden. Wie geschmacklos und
unappetitlich
ist das alles. Aber doch so wahr! Und sie
muss erzählt werden, die Geschichte
dieses Weltreisen-
den. Mischa besichtigt für uns ein Zeitalter, so gewalt-
tätig,
kaltherzig und liebeshungrig, dass nur eine gro-
teske Erscheinung wie er es
uns richtig vorführen kann.
Es ist unser Zeitalter.
Einen tumben Tor wie Mischa
Vainberg hat es in der Literatur lange nicht mehr
gegeben.
Simplicissimus, Don Quichotte und Oblomow sind seine
nächsten Verwandten.
Unsere ganze globalisierte Welt
lagert sich in seinen Fettpolstern ab, und
schrecklich
erkennen wir sie in diesem grotesken Geschwabbel wieder.
Snack
Daddy ist verloren, und wir sind es wohl mit ihm!
Brächte Gary Shteyngart
uns nicht immer wieder auf so
unvergleichliche Weise zum Lachen, unsere Tränen
würden noch lange fließen. Eine furiose Tour de Force,
die man nicht mehr vergisst.
ISBN 978-3-8270-0661-5 | KNV-Titelnr.: 15971750 |
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Zwei Leben.
Als der junge Inder Shanti im Berlin der Dreißiger Jahre
eine Bleibe sucht, landet er bei den Caros. "Nimm den
Schwarzen nicht!", rät die junge Jüdin Henny ihrer Mutter.
Doch Shanti bekommt das Zimmer und nimmt wie ge-
plant sein
Zahnmedizinstudium auf. Nach seinem Ab-
schluss geht er, von
den Nazis verdrängt, nach London.
Eines Tages steht Henny vor
seiner Tür - und bleibt. Ihre
Zuneigung wächst und als der
Krieg endlich vorbei ist
heiraten Shanti und Henny und eröffnen
gemeinsam
eine Zahnarztpraxis.
"Zwei Leben" ist die Geschichte der
wahren Liebe zwischen Vikram Seths Großonkel
und
dessen Frau. Vor Shantis Tod hatte Seth eine Reihe von
Gesprächen mit seinem
Onkel geführt, welche die Grund-
lage für dieses einfühlsame Buch bilden. Den
Plan dazu
fasste Seth bereits nach Hennys Tod in den Achtziger
Jahren, der Shanti
schwer traf. In der Folgezeit verbrachte
der Autor viel Zeit mit seinem Großonkel.
Mit "Zwei Leben"
setzt er der innigen Liebe seiner Verwandten ein beinahe
zärtliches
Denkmal, dass zugleich die bewegende
Geschichte des Zwanzigsten Jahrhunderts
widerspiegelt.
ISBN 978-3-10-072521-9 | KNV-Titelnr.: 15411971 |
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